Das war die Lange Nacht der Demokratie 2026

29.10.2026 | "Initiative Demokratie in der Erzdiözese" zieht positive Bilanz: breite Beteiligung kirchlicher Gruppen , Verbände und Einrichtungen in der Erzdiözese

Vom „Realtalk" in der Straßenbahn über eine Klemperer-Lesung, eine Mahnwache mit Menschenkette bis zum Politischen Nachtgebet: Viele Akteur*innen der Erzdiözese Freiburg haben sich am Freitag, 2. Oktober, mit einem breiten Angebot an der landesweiten „Langen Nacht der Demokratie" beteiligt.

Die „Initiative Demokratie in der Erzdiözese Freiburg“ blickt zufrieden auf den Abend zurück: Zahlreiche Pfarreien, Verbände, Vereine und Einrichtungen haben mit ihrer Beteiligung an der Langen Nacht ein sichtbares Zeichen für die freiheitliche Demokratie gesetzt – vom Bodenseekreis bis in den Main-Tauber-Kreis. „Für uns als Kirche ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns bei der Langen Nacht der Demokratie einbringen", hatte Erzbischof Stephan Burger im Vorfeld betont. „Als Christinnen und Christen setzen wir uns mit Überzeugung für Menschenwürde und Freiheit ein. Mut zur Haltung ist unerlässlich."
 
Vielfältige kirchliche Beteiligung im ganzen Erzbistum
In Freiburg luden Jugendliche zum „Realtalk in der Straba": Mit Mitmachaktionen auf den Straßenbahnlinien 1 und 5 brachten sie Fahrgäste ins Gespräch über Desinformation, Medienkompetenz und demokratisches Zusammenleben – ein Projekt des Bildungswerks der Erzdiözese, der Kinder- und Jugendarbeit im K.I.O.S.K. und der Partnerschaft für Demokratie Freiburg. Die Katholische Akademie stellte in der Universitätskirche gemeinsam mit der Katholischen Hochschulgemeinde und der Evangelischen Kirche in Freiburg beim Politischen Nachtgebet die Frage „Wozu Demokratie?".
 
In Ettlingen verwandelte ein breites Bündnis aus Kirchen, Organisationen, Initiativen und Parteien den Marktplatz unter dem Motto „Wir brennen für die Demokratie" in einen Ort der Gemeinschaft: Eine aus vielen persönlichen Antworten gewachsene Wimpelkette schmückte den Platz, die Anwesenden entzündeten an einer Feuerschale ihr „Licht der Demokratie", bildeten eine Menschenkette und sangen gemeinsam „Die Gedanken sind frei". Anschließend lud die Kirche St. Martin zu Musik und Texten über Demokratie und Menschenwürde ein.
 
In Pforzheim las der Dresdner Autor und Herausgeber Dr. Renatus Deckert im Gemeindezentrum Herz-Jesu-Kirche aus Victor Klemperers Tagebuch „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten" – organisiert von Reuchlin-Gymnasium, Katholischem Bildungszentrum und Katholischem Jugendbüro. In Wertheim wurde die Katholische Kirchengemeinde bei der Öffnung von St. Venantius unter dem Motto „Demokratie fällt nicht vom Himmel" zu einem Ort der Begegnung mit Mitmachstationen und einer bunten Stadtlandschaft von Schülerhand gezeichnet. Der ökumenische Abschluss stellte die Verantwortung jeder und jedes Einzelnen für die Demokratie in den Mittelpunkt. In Heidelberg luden der Stadtjugendring, in dem auch die Katholischen Jugendverbände engagiert sind, zu einer Stolpersteinführung und einer Bilderbuchzeit mit Demokratie-Buchausstellung ein.
 
In Schriesheim und Heddesheim im Rhein-Neckar-Kreis standen Demokratiefeste und das Motto „Respekt wagen!" mit Beteiligung der katholischen Gemeinden auf dem Programm; in Baden-Baden machte die „Börse der Demokratie" mit der Caritas als Kooperationspartnerin gelebte Teilhabe rund ums Rathaus erfahrbar. In Offenburg wurde die Innenstadt zur Bühne für Demokratie, Austausch und Begegnung mit Workshops, Lesungen, Musik, Theater und Tanz. Beteiligt waren unter anderem IN VIA Offenburg, die Katholische Betriebsseelsorge Ortenau und das Katholische Bildungszentrum Ortenau. In Kenzingen zeigte die Filmnacht „Ein Tag ohne Frauen" gemeinsam mit dem Katholischen Frauenbund, was passiert, wenn die Hälfte der Bevölkerung ihre Stimme erhebt. In Müllheim sorgten der Freiburger Liedermacher Oliver Scheidies und der Rockchor „Route66" für einen Musikabend; in Markdorf und in Stockach machten Kirchengemeinden und die Caritas mit Songs, Lesungen und Mitmachaktionen Demokratie erlebbar. Als sichtbares Zeichen für Demokratie konnte man einem digitalen „DemokratiePfad“ in der Innenstadt von Markdorf folgen
 
Demokratie ist eine Haltung, die aus dem Glauben erwächst
„Demokratie ist eine Haltung, die aus unserem Glauben erwächst", so die Aktiven der Initiative. „Sie beginnt mit jedem Wort, jeder Begegnung, jedem offenen Ohr. Demokratie heißt Verantwortung übernehmen, in den Austausch gehen, die Gemeinschaft stärken." Die Lange Nacht habe eindrücklich gezeigt, wie vielfältig und lebendig das demokratische Engagement in den kirchlichen Gruppen und Einrichtungen ist. Doch das Engagement ende nicht mit diesem Abend: Die Initiative Demokratie füllt das demokratische Anliegen das ganze Jahr über mit Leben – sei es mit buchbaren Workshops der Fachstelle Demokratiebildung, Argumentationstrainings oder der Vernetzung Engagierter.
 
Hintergrund:
Die Lange Nacht der Demokratie, die 2026 zum zweiten Mal in Baden-Württemberg stattfand, will demokratisches Engagement sichtbar machen und Menschen verschiedener Hintergründe miteinander ins Gespräch bringen – in Theatern und Friseursalons, auf Marktplätzen oder in der virtuellen Realität. Landesweit waren mehr als 300 Aktionen angekündigt. www.langenachtderdemokratie-bw.de
In der Erzdiözese Freiburg koordiniert die Initiative Demokratie in der Erzdiözese Freiburg die Aktivitäten unterschiedlicher Gruppen und
 Verbände. Folgende Einrichtungen haben die „Initiative Demokratie“ in der Erzdiözese Freiburg angestoßen und füllen sie mit Inhalt und Ausrichtung: Katholische Akademie in der Erzdiözese Freiburg, Arbeitsgemeinschaft Katholischer Erwachsenenverbände, BDKJ Diözesanverband Freiburg (Bund der Deutschen katholischen Jugend), Bildungswerk in der Erzdiözese Freiburg, Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg, Diözesanrat in der Erzdiözese Freiburg, Erzbischöfliches Seelsorgeamt in der Erzdiözese Freiburg. Alle Infos und Kontakte für Interessierte unter
www.ebfr.de/demokratie.