ACK VS: „Solidarität braucht sichtbare Zeichen“

Mit einem öffentlichen Statement und einem Schreiben an die Mitglieder des Gemeinderats hat sich die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Villingen-Schwenningen zur Diskussion über einen möglichen Austritt der Stadt aus dem Bündnis "Seebrücke – schafft sichere Häfen" geäußert. Die Kirchen zeigen sich „mit Sorge“ über die Debatte und mahnen eine Haltung an, die Menschenwürde und Hilfsbereitschaft in den Mittelpunkt stellt.

„Ein Austritt in der aktuellen Debatte wäre ein deutliches Signal gegen die Solidarität mit Menschen auf der Flucht und gegen zivile Seenotrettung“, heißt es in dem Anschreiben. Die Mitgliedschaft bringt den Auftrag mit sich, die Realität von Flucht und Sterben im Mittelmeer auch ins Bewusstsein unserer Stadtgesellschaft zu rücken. „Ein Austritt wirkt wie der Versuch, sich dieser Verantwortung zu entziehen.“
 
In ihrem Statement würdigt die ACK VS ausdrücklich das bisherige Engagement der Stadt und der vielen Ehrenamtlichen. Die Herausforderungen wie fehlender Wohnraum und überlastete Kitas würden ernst genommen – doch die Antwort könne nicht ein Anheizen der Verteilungsdebatte auf Kosten der Schwächsten sein.
 
Mit Blick auf zunehmende gesellschaftliche Spannungen schreiben die Kirchen: „Respektlosigkeit und Abwertung in der öffentlichen Diskussion werden häufig stillschweigend hingenommen. Diese Haltung hinterlässt Spuren – in Form von Verrohung, Ausgrenzung und konkreten Übergriffen.“
 
Die ACK erinnert an christliche Grundwerte: „Vorbildlich handelt, wer sich dem Leid anderer nicht verschließt, sondern hilft, statt wegzusehen – so wie der Barmherzige Samariter (vgl. Lukas 10,25ff).“ „Hilfsbereitschaft, Mitleid und Barmherzigkeit sind für uns keine abstrakten Tugenden, sondern müssen sich im konkreten Handeln zeigen – individuell und gesellschaftlich.“
 
Deshalb auch der Wunsch sowohl auf der symbolischen als auch auf der inhaltlichen Ebene die Anliegen des Aktionsbündnisses Seebrücke zu unterstützen.
 
Die ACK und ihre Mitgliedskirchen setzten sich deshalb vielfältig ein: Zum Beispiel im Arbeitskreis Asyl, in der Integrationsunterstützung für Menschen aus der Ukraine, in der Beratung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und im Austausch mit den unterschiedlichen muttersprachlichen Gemeinden innerhalb der ACK, welche wiederrum Kontakte in Herkunfts- und Transitländer von Geflüchteten haben.
Auch der ökumenische Gottesdienst am Pfingstmontag um 10.30 Uhr im Kurgarten/Villingen, wird das Thema „Solidarität mit der zivilen Seenotrettung“ aufgreifen.
 
Hier das komplette Statement:
 
Link zum breiten gesellschaftlichen und kirchlichen Bündnis zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung: