Der Heilige Geist ruft zur globalen Solidarität

Open-Air-Gottesdienst der ACK am Pfingstmontag im Kurgarten/Villingen

Rund 150 Menschen versammelten sich am Pfingstmontag bei strahlendem Sonnenschein im Kurgarten Villingen zu einem besonderen ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel. Eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Villingen-Schwenningen – unter Mitwirkung von Pastoralreferent Gunter Berberich, Pfarrer Oliver Uth sowie einem engagierten Team der ACK. Auch Mitglieder der Seebrücke VS standen vor Ort für Gespräche und Austausch zur Verfügung, was viele Teilnehmende gerne nach dem Gottesdienst bei einem Getränk an der mobilen Kirche Sancta Carla nutzten.
Die Kollekte ging zu gunsten des Bündnisses United4Rescue, welches die zivilse Seenotrettung unterstützt

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand ein ungewöhnliches, aber kraftvolles Symbol: ein Bauzaun mitten im Versammlungsort. Dieser wurde nicht nur zum gestalterischen Mittelpunkt, sondern auch zum inhaltlichen Brennpunkt. Im Verlauf des Gottesdienstes wurde der Zaun thematisiert, mit Bändern geschmückt und zu einem Ausdruck dessen, was Menschen oft trennt – aber auch verbindet.
„Zäune zeigen Grenzen – und sie grenzen aus“, sagte Pfarrer Oliver Uth in seiner Predigt. „Aber sie machen auch sichtbar, wo wir selbst sprachlos, ohnmächtig, überfordert sind. Genau dort beginnt der Geist Gottes zu wirken – mit der Kraft, Zäune im Innern wie im Außen zu überwinden.“
Ein sehr persönliches Zeugnis brachte Gunter Berberich ein, der von einer Reise nach Sizilien berichtete. Dort stand er ebenfalls vor einem Zaun: dem abgeschirmten Hafen von Syrakus, hinter dem die beiden Rettungsschiff „Ocean Viking“ und „SOS Humanity“ lagen. Ein Gespräch mit einer Freiwilligen Helferin wurde für ihn zum Zeichen, dass der Heilige Geist Wege findet, zu verbinden und zu bestärken: „Ich war beeindruckt, bewegt und dankbar von dem, was mir aus dem Alltag der zivilen Seenotrettung erzählt wurde. Und auch Sarah bedankte sich, weil es für sie auf See ganz wichtig ist zu wissen, dass Menschen an verschiedenen Orten Europas ihre Arbeit schätzen.“
Diese Erlebnisse verbanden sich mit den biblischen Pfingsterzählungen, in denen der Heilige Geist Barrieren überwindet: Sprachen, Herkünfte, Ängste. „Wir können nicht alle Petrus oder Paulus sein – aber wir können Alltagsmenschen sein, durch die Gottes Geist wirkt“, betonte Uth. „Im Zuhören, im Helfen, im Beten, im Mittragen – zum Beispiel durch das Engagement für Organisationen wie die Seebrücke oder die Seenotrettung.“
Im Zeichen der Fürbitten wurden farbige Bänder in den Zaun geknüpft – als sichtbare Zeichen von Anliegen, Hoffnungen und christlichem Handeln. Dazu sagte Gunter Berberich: „Der Zaun ist immer noch da. Der Heilige Geist auch. Der Zaun ist sichtbar. Der Heilige Geist nicht. Die Bänder, welche wir bei den Fürbitten in den Zaun gebunden haben, stehen für unsere Anliegen und unser christliches Handeln. So wie sie nun durch den Wind flattern, kann unser Engagement auch das Wirken des Heiligen Geistes sichtbar machen.“
Der Gottesdienst war nicht nur eine spirituelle Feier, sondern auch ein gesellschaftlich relevantes Statement: für Menschlichkeit, Solidarität und die Verantwortung, auch unbequeme Fragen nicht auszublenden. Mit offenen Gesprächen, schöner Musik und viel zwischenmenschlicher Wärme war er ein lebendiges Zeugnis dessen, was Pfingsten bedeuten kann – die Verbindung von Glaube, Geist und gelebter Nächstenliebe.